Studienergebnis zu Mobilität und Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen in Stoob präsentiert

 21. November 2019

In der Neuen Mittelschule (NMS) Stoob drehte sich am Donnerstag, 21. November alles um die Themen Freizeitverhalten und klimafreundliche Mobilität. Einerseits wurde im Beisein der SchülerInnen der ersten und vierten Klassen das Ergebnis der Studie „Jugendliche im Burgenland und deren Freizeitverhalten“, die von den Landesräten Daniela Winkler und Heinrich Dorner sowie dem Kinder- und Jugendanwalt Christian Reumann in Auftrag gegeben und von der Fachhochschule Burgenland durchgeführt wurde, präsentiert. Andererseits widmeten sich die SchülerInnen auf Initiative der Mobilitätszentrale Burgenland und mit deren Unterstützung zuvor in einem dreistündigen Workshop dem Thema klimafreundliche Mobilität, um anschließend den Landesräten ihre Ergebnisse und Wünsche mitzugeben. Im Vordergrund stand die Jugendbeteiligung. „Es geht darum, dass sich die Jugendlichen selbst einbringen und wir deren Meinung und Wünsche mit wissenschaftlichen Ergebnissen verknüpfen können, um schließlich eine Basis für die Weiterarbeit für die Zukunft des Burgenlandes zu haben“, erläuterte Reumann. Aus der Studie ging etwa hervor, dass sich die Schüler zu wenig bewegen. In diesem Bereich wolle man daher Maßnahmen erarbeiten und setzen, kündigte Winkler an. Dorner nahm u.a. auf den Schülergelegenheitsverkehr Bezug und meinte: „Hier müssen wir uns ganz klar mehr einsetzen“.

 

„Klimaschutz und Mobilität müssen sich nicht unbedingt ausschließen“, hielt NMS-Direktor Franz Josef gleich zu Beginn der Pressekonferenz fest. Dass dem so ist, zeigten auch die SchülerInnen bei ihren Vorträgen zu den erarbeiteten Themenbereichen. Die Jugendlichen äußerten u.a. den Wunsch nach besseren Fahrradwegen, besseren Bahnanbindungen und günstigeren Fahrpreisen der öffentlichen Verkehrsmittel. Außerdem stellten sie fest: „Wir müssen mehr auf unsere Umwelt schauen, sonst wird das nix mehr mit unserer Welt“. Daher müsse man mehr auf die Umwelt achten. Bei ihrer Ausarbeitung nahmen die Schüler Bedacht auf die letzten Tage und die vergangene Woche und überlegten, wie sie zur Schule und nach Hause gelangt sind – mit dem Bus, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder durch Eltern oder Großeltern mit dem Auto. Auch die Freizeitwege wurden analysiert. Grund für Autofahrten seien etwa schlechte Busverbindungen in einzelnen Ortschaften.

Die Vertreterinnen der Mobilitätszentrale, die den Workshop begleiteten, zeigten sich vom Einsatz der Schülerinnen und Schüler begeistert. Auch die Landesräte dankten den Jugendlichen für ihre Ideen. „Es ist ganz wichtig, dass wir schauen, was die Jugendlichen eigentlich wollen und die Mobilität ist bei den Jugendlichen ein wichtiges Thema“, so Landesrätin Winkler, die im Anschluss die ersten Zahlen der Studie vorstellte.

Konkret wurden von 2. April bis 13. Mai 2019 rund 5.000 im Burgenland wohnhafte Schülerinnen und Schüler im Alter von elf bis 14 Jahren online befragt. Abgefragt wurden die beliebtesten und häufigsten Freizeitaktivitäten, die in drei Kategorien zusammengefasst wurden: Computer- und Handyaktivitäten, geistige Aktivitäten und Entspannung sowie Sport- und Freizeitaktivitäten. Dabei zeigte sich, dass ein durchschnittlicher Jugendlicher in den burgenländischen Schulen mehrmals täglich den Computer oder das Handy nutzt, mehrmals die Woche eine geistige Aktivität ausübt und einmal im Monat Sport oder zumindest Bewegung betreibt. Für Winkler ist vor allem im Bereich der Bewegung Aufholbedarf: „Wir wollen uns dem Thema Sport bzw. Bewegung in Zukunft mehr annehmen.“

Generell zählt Radfahren mit 62 Prozent zur beliebtesten Sportart, die mindestens einmal pro Woche ausgeübt wird. Dahinter rangieren mit 54 Prozent Laufen gefolgt von Fußball mit 40 Prozent und Schwimmen mit 36 Prozent. Und obwohl mit 92 Prozent der Befragten fast alle Jugendlichen auch ein Fahrrad besitzen, wird der Schulweg am wenigsten häufig mit dem Fahrrad bestritten. „67 Prozent kommen mit dem Bus, 14 Prozent mit dem Auto, zwölf Prozent zu Fuß und nur zwei Prozent mit dem Fahrrad. Mehr als die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler, nämlich 56 Prozent, werden trotz kurzer Distanzen von bis zu fünf Kilometern mit dem Auto zur Schule gebracht“, berichtete Verkehrslandesrat Dorner. „Ihr habt in drei Stunden genau die Mobilitätsthemen des Burgenlandes erfasst und Lösungsvorschläge erarbeitet. Wir wollen, dass alle – nicht nur ihr SchülerInnen – in Zukunft mehr zu Fuß gehen. Denn das ist klimafreundlicher und gesünder und es ist auch interessant, die Ortschaft zu Fuß zu erkunden“, so Dorner. Gleiches gelte für das Radfahren. Hier habe man zwar touristisch schon ein gutes Radnetz, aber bei den Alltagsradwegen sei man noch nicht dort, wo man hinwolle. Mit dem Masterplan Radfahren und den jetzt entwickelten Radbasisnetzen setzt das Burgenland bereits wichtige Maßnahmen um das Radfahren im Alltag attraiktiver zu machen.

Ein wichtiges Thema, das mehrere Schüler ansprachen, war das Thema Busfahren. Hier nehme man die Botschaft der Jugendlichen mit. „Es gibt viele individuelle Fälle, die man sich ansehen muss. Manchmal gibt es rasche Lösungen, manchmal muss man länger daran arbeiten“, sagte Dorner.

Kinder- und Jugendanwalt Reumann zeigte sich ebenfalls „beeindruckt, wie konzentriert alle gearbeitet haben. Was hier passiert ist, ist Jugendbeteiligung. All eure Beiträge dazu werden von der Mobilitätszentrale gesammelt und weiterverarbeitet und fließen in zukünftige Entwicklungen ein. Wir machen hier nicht nur Sachen, wo wir glauben, das ist wichtig. Sondern haben auch wissenschaftlich fundierte Unterlagen dazu. Hier haben wir etwas aus der Studie und von euch gelernt“, so Reumann abschließend.

Gruppenfoto
Schüler präsentiert Ergebnisse den Landesräten
Landesräte Dorner und Winkler, Christine Zopf-Renner sowie Schüler und Direktor der NMS Stoob